Rückblick auf das Filmfestival von Cannes 2025 (13. bis 24. Mai)

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26. Mai 2025 · 2 Min. Lesezeit
Harald Starke
Harald StarkePräsident, Riviera Keys

Unglaublich, aber wahr: Das Filmfestival von Cannes startete dieses Jahr … ohne Regenschirm!

Das Wetter, sonst zur Festivaleröffnung so launisch, entschied sich diesmal für Milde. Kein Tropfen Regen beim ersten Aufstieg über die Stufen – ein Wunder, fast schon eine gebrochene Tradition. Doch keine Sorge: Ein Regen aus Stars ging schon in den ersten Stunden auf die Croisette nieder.

Auf dem roten Teppich gaben Robert De Niro, Leonardo DiCaprio und Quentin Tarantino den Ton an. Und natürlich Tom Cruise, der partout nicht zu altern scheint – als hätte ihn seine Rolle in Interview mit einem Vampir unsterblich gemacht. Er kam, um den neuesten Teil von Mission: Impossible vorzustellen, noch immer Stuntman ohne Double, noch immer so zeitlos. Die Zeit vergeht, er nicht.

In Sachen Glamour feierte Eva Longoria, die unvergessliche Desperate Housewife, ihr 20-jähriges Jubiläum als Werbegesicht von L'Oréal, dem offiziellen Partner des Festivals. Auch sie scheint die Gesetze der Zeit herauszufordern, mit unveränderter Silhouette und Eleganz.

Nach dem Selfie-Verbot von 2019 verfeinert das Festival sein Protokoll weiter. Dieses Jahr wurde die Mode zurechtgewiesen. Vorbei sind die Kleider mit endlosen Schleppen, die XXL-Volumen und die allzu freizügigen Outfits. Es wurden strenge Vorgaben gemacht, und die Schauspielerin Halle Berry, Jurymitglied, musste sogar in letzter Minute ihr Kleid wechseln, um den neuen Dresscode einzuhalten.

Doch der wahre Modemoment, unerwartet und umjubelt, kam von der männlichen Bühne. Der schwedische Schauspieler Alexander Skarsgård, der den Film Pillion vorstellte, sorgte in Overknee-Stiefeln von Yves Saint Laurent für Aufsehen – ein bewusstes Augenzwinkern zu seiner Rolle als Biker. Eine stilvolle Kühnheit, die ihm ohne Zweifel die Palme der disruptiven Eleganz einbringt.

Gala, Goldene Palme und Blackout an der Côte d'Azur

Die amfAR-Gala, am Donnerstag der zweiten Woche im prächtigen Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes veranstaltet, versammelte erneut Prominente aller Couleur um ein Ziel: die Forschung gegen HIV zu unterstützen.

Im Wettbewerb zeichnete die von Juliette Binoche geleitete Jury den iranischen Film Es war nur ein Unfall aus, ein ebenso eindringliches wie feinsinniges Drama.

Der Grand Prix ging an Sentimental Value des norwegischen Regisseurs Joachim Trier, eine zugleich zärtliche und erschütternde Erzählung, brillant gespielt von Stellan Skarsgård, einer unverzichtbaren Figur des nordischen Kinos und Vater von Alexander. Die Familie Skarsgård hat diese Ausgabe zweifellos geprägt.

Und selbst der gigantische Stromausfall, der einen großen Teil der Côte d'Azur den ganzen Tag ins Dunkel tauchte, konnte den Zauber dieser Ausgabe nicht trüben.

Cannes wird immer strahlen, auch ohne Strom. Bis nächstes Jahr auf der Croisette, mit oder ohne Regenschirm, aber immer mit Stil.

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